Home arrow Mathematik und Bewegung

RISPs

Rich Starting Points ins Pralle Leben

Mathematik und Bewegung

Lernen ist für viele gleichbedeutend mit ewigem Sitzen. In der Schule fallen bis zum Beginn der zehnten Klasse etwa 7500 Sitzstunden an, die endlosen  Zock- & Zapp-Sessions vor Rechner und TV nicht mitgerechnet. Nicht erst seit gestern mahnen Stimmen aus der Neurowissenschaft, dass dies nicht nur ungesund, sondern auch dem Lernerfolg abträglich sein kann. Die Mathematik, das klassische Stillsitz-Fach schlechthin, ist stärker von dieser allgemein gehaltenen Warnung betroffen als andere Gebiete. Im Kindergarten- und Grundschulalter wirken in Verbindung mit Bewegung gewonnene Erfahrungen anders und tiefer als Erfahrungen über reines Nachdenken. Beschränken sich die Berührungspunkte  zwischen der Welt des Kindes und der Mathematik allein auf die kognitive Ebene, so wirkt dies unmittelbar auf seinen zukünftigen Bezug zur Mathematik:  er wird zunehmend abstrakt.  Dies ist nicht jedemanns Sache, und so wird es im allemeinen als natürlich angesehen, dass es in keinem Fach so viele Fünfer und Sechser hagelt wie in der Mathematik.





Die Schulmathematik leidet unter einem ewigen Imageproblem, und die Gründe dafür sind mangelnde Realitätsnähe und unnötige Starre.  Seit Jahrzehnten schlummern pädagogische Fachartikel und Abhandlungen mit Vorschlägen und Ideen zu diesem Thema in den Regalen, ohne dass ihnen in der Praxis Beachtung geschenkt wurde.  "Wer sich mehr bewegt, denkt und lernt auch besser", betonen die Entwicklungspsychologen. "Bewegte Mathematik ist anschaulicher als Mathematik and der Tafel oder auf dem Papier". Richtig vorbracht lassen diese Formeln ehrgeizige Eltern und engagierte Pädagogen nicht unberührt.  Kindergärten vermitteln die Prinzipien von Addition und Subtraktion durch spielerisches vor- und zurück Spazieren auf bunten Teppichen. Grundschulen experimentieren mit neuen Wegen, Erstklässler Mathe erleben zu lassen und erlauben den Kindern, während des Unterrichts mit dem Stuhl zu wippen oder spontan aufzustehen und sich zu strecken.  Schüler spielen Zählspiele mit praktischen Bezügen, schätzen ihr Körpergewicht und Entfernungen und messen nach. Endlich kommt Bewegung in die Sache....





Bewegungspausen sorgen für Stressabbau und pumpen neues Blut und neue Gedanken durchs Gehirn. Dieser weise Rat lässt sich um so besser vermitteln, wenn er auch von den Eltern selbst beherzigt und vorgelebt wird.  Auch Pause machen,  ebenso wie die  routinierte Rückkehr zur Arbeit, will geübt und gelernt sein. Ein bischen Herumtanzen bei lauter Musik zum Lockern von Schultern und Nacken hat noch niemandem geschadet, anschliessend den Faden wieder aufzunehmen auch nicht.  Selbst eingefleischte Bewegungsmuffel können mit den richtigen Tricks motivert werden. Gartentrampoline oder ein Baumhaus in Sichtweite können Wunder wirken. Trampoline entpuppen sich derweil ganz nebenbei als  regelrechte didaktische Wunderwaffen, da sich an ihnen eine ganze Reihe anschaulicher Denksportaufgaben für alle Altersklassen festmachen lässt: Erdanziehung, Energieübertragung, Wärmeverlust, all dies und mehr lässt sich hier leicht anbringen. Selbst Abiturienten kann Trampolin-Mathematik anspruchsvolle Problemstellungen bieten.